Wer benötigt eine gesetzliche Betreuung?

Es kann im Leben zu Situationen kommen, in denen ein erwachsener Mensch seine Angelegenheiten aus verschiedensten Gründen nicht mehr selbst besorgen kann. Es gibt dann die Möglichkeit, eine gesetzliche Betreuung als Unterstützungsmaßnahme zu erhalten. Diese kann nach genauer Prüfung durch das Betreuungsgericht des zuständigen Amtsgerichts eingerichtet werden, z.B. für

  • psychisch kranke Menschen
  • geistig behinderte Menschen
  • körperlich behinderte Menschen
  • ältere gebrechliche Menschen
  • suchtkranke Menschen

Wie kommt eine Betreuung zustande?

Die zuständigen Richter/innen müssen den betroffenen Menschen anhören – wenn möglich in seinem gewohnten Umfeld. In der Betreuerauswahl besteht ein Mitspracherecht. Nach gründlicher Prüfung und nach Begutachtung durch einen Facharzt entscheidet das Gericht, ob eine Betreuung eingerichtet wird und welche Person die Betreuung übernimmt.

Persönlicher Kontakt und eine vertrauensvolle Beziehung sind hierbei eine wichtige Grundlage.

Erhalt von Eigenverantwortlichkeit

Die Betreuung wird niemals für unbestimmte Zeit eingerichtet. Die Dauer der Betreuung wird durch das Gericht festgelegt. Der Betreute kann zudem jederzeit einen Antrag beim Gericht stellen, um die Aufhebung der Betreuung zu bewirken. Vor Ablauf der festgelegten Frist muss das Gericht über die Weiterführung oder Aufhebung der Betreuung erneut entscheiden. Gesetzlich geregelt ist, dass Betreuungen in genau festgelegten Aufgabenkreisen und nicht pauschal eingerichtet werden. Diese Regelung ermöglicht dem Betroffenen, weiterhin eigenverantwortlich zu handeln.

Welches sind die Aufgaben der Betreuerin/des Betreuers?

Gesundheitssorge

  • Ärztliche Behandlung sicherstellen
  • Pflegedienste beauftragen
  • Rehabilitationsmaßnahmen einleiten
  • Klinikbehandlung veranlassen

Behördenangelegenheiten

  • Interessen vertreten
  • Renten, Sozialhilfe, Arbeitslosengeld
  • oder Einkünfte geltend machen
  • Ansprüche durchsetzen ( z. B. im SGB-Bereich)
  • Vermögen und Finanzen verwalten

Vemögenssorge

  • Unterhaltspflichten prüfen
  • Schuldenregulierung einleiten
  • Heimangelegenheiten
  • Verträge prüfen und abschließen
  • Interessen gegenüber der Einrichtung vertreten

Wohnungsangelegenheiten

  • Wohnraum erhalten
  • Mietverträge prüfen und abschließen
  • Leben in der eigenen Wohnung sichern

Erbangelegenheiten
In allen anderen Bereichen handeln die betreuten Menschen selbstverantwortlich. Ein/e Betreuer/in kümmert sich als „Manager/in auf Zeit“ um die vom Amtsgericht eingerichteten Aufgabenkreise. Also um die sozialen und rechtlichen Belange der Betreuten.

Welche Aufgaben hat der Betreuungsverein der AWO?
Wir führen vorrangig gesetzliche Betreuungen für volljährige Menschen nach § 1896 BGB. Weitere Inhalte unserer Vereinsarbeit sind:

  • Gewinnung ehrenamtlicher Betreuer
  • Beratung, Unterstützung und Fortbildung ehrenamtlicher Betreuer
  • Aufklärung einer breiten Öffentlichkeit hinsichtlich des Betreuerwesens
  • Information und Beratung über die Vorsorgevollmacht und Patientenverfügungen