Bildungspaten für Kinder (BiPaKi)

Wie überall in Deutschland gilt auch in Lüneburg: Kinder aus sozial schwachen Verhältnissen sowie mit Migrationshintergrund sind häufig benachteiligt. Armut, beengte Wohnverhältnisse und/oder fehlende verlässliche Bezugspersonen in der Familie können weitere Ursachen für Nachteile in der kindlichen Entwicklung sein.

Einschlägige Forschungen und Erhebungen (z. B. PISA - Studie) kommen einhellig zu dem Ergebniss, dass in der BRD viele Bildungspotentiale nicht wahrgenommen werden. Noch immer bleiben Kinder und Jugendliche auf der Strecke, weil (u. a.) eine, besonders bei Kindern aus sozial benachteiligten Familien, notwendige und sinnvolle individuelle Förderung nicht angeboten wird.

Hier wollen Bildungspatinnen und -paten Abhilfe schaffen! Aufgrund der Überzeugung, dass möglichst frühzeitige Intervention hilft, sind Freiwillige an Grundschulen in Stadt und Landkreis Lüneburg tätig. Mit einem Einsatz von zwei bis sechs (Schul-) Stunden während der Schulzeit fördern Freiwillige in gezielter Einzelförderung sozial benachteiligte Kinder, die sonst den Anschluss in der Schule verlieren. Dabei werden von den Schulen die notwendigen Materialien zur Verfügung gestellt.

BiPaKi

Bildungspaten am 22.05.2012

Seit Frühjahr 2012 wird dieses Projekt von der AWO unterstützt und organisatorisch begleitet. Ausgehend von Freiwilligen, die an der Anne Frank Schule in Kaltenmoor bereits einige Jahre als Bildungspaten tätig sind, wird die Zahl der kooperierenden Schulen und der Bildungspatinnen und -paten ständig größer.

An folgenden Schulen ist der Einsatz (bisher) möglich

Stadt Lüneburg

  • Anne Frank Schule
  • Heiligengeistschule
  • Grundschule Kreideberg
  • Grundschule Lüne
  • Grundschule Rotes Feld
  • Grundschule Hasenburger Berg
  • IGEL Grundschule Lüneburg
  • Hauptschule Stadtmitte (nur DaZ-Klassen)

Landkreis Lüneburg

  • Grundschule Adendorf
  • Grundschule Bardowick
  • Grundschule Scharnebeck
  • Grundschule Reppenstedt
  • Grundschule Amelinghausen
  • Grundschule Melbeck

Kita und Horteinrichtungen

  • AWO - Kita Julius-Wolff-Straße
  • AWO - Kita Graf-von-moltke-Straße
  • Städischer Hort Lüneburg - Kaltenmoor
  • Übermittagsbetreuung (ÜMI) an der Grundschule Kreideberg
  • Übermittagsbetreuung (ÜMI) an der Heiligengeistschule

Ziel der Aktion ist, dass an allen Grundschulen in Stadt und Landkreis Lüneburg Bildungspatinnen und -paten eingesetzt werden, um die Zukunftschancen für alle Kinder, unabhängig nach ihrer sozialen Herkunft, möglichst weitgehend anzugleichen.

Einige Freiwillige engagieren sich auch bereits in Kindertagesstätten - hier wird zukünftig ein eigenes Freiwilligenprojekt aufgebaut.

Bildungspaten gesucht!

Wenn sie sich als Bildungspatin oder Bildungspate freiwillig engagieren wollen, melden sie sich per e-mail an enke@awo-lueneburg.de oder Telefon 04131-759614, zuständig ist Jürgen Enke.

BiPaKi

BiPaKi-Leitbild (Dezember 2011)

  • Wir Bildungspaten fördern benachteiligte oder durch verschiedene Bedingungen in Rückstand geratene Kinder in der Grundschule und in der Kindertagesstätte.
  • Wir Bildungspaten verschenken Zeit, Lebens- und Berufserfahrung an die Kinder.
  • Wie und wann wir es tun: Wir Bildungspaten betreuen in einer 1 : 1 - Beziehung für längere Zeit ein Kind oder mehrere Kinder (meistens zeitlich parallel zum Unterricht).
  • Wir Bildungspaten entscheiden - jeder für sich - wie viel Zeit und Engagement wir pro Woche wie vielen Kindern schenken wollen (Minimum: eine Unterrichtsstunde, ein Kind; nach „oben" sind der Förderung keine Grenzen gesetzt).
  • Wir Bildungspaten arbeiten mit den Lehrkräften/ Erzieherinnen zusammen, die für uns die zu betreuenden Kinder aussuchen.
  • Wir Bildungspaten verpflichten uns zu einer Grundhaltung, die in den Leitsätzen unserer Arbeit (s. u.) zum Ausdruck kommt. Über unsere Erfahrungen tauschen wir uns aus.


Leitsätze für Bildungspaten

Verantwortung: Ich stehe meinem Patenkind unterstützend zur Seite und übernehme dabei Verantwortung. Dabei geht es nicht darum, die Arbeit der Lehrkräfte/der Erzieherinnen zu ersetzen, sondern in gemeinsamer Absprache zu ergänzen.

Ziele: Ich erläutere meinem Patenkind die angestrebten Ziele; diese sind für mein Patenkind und für mich verbindlich.

Potenziale: Ich mache meinem Patenkind seine Stärken bewusst und fördere diese. Ich erkenne die Aktivitäten und Leistungen meines Patenkinds an und gebe ihm konstruktive Rückmeldung.

Grenzen: Ich erläutere meinem Patenkind die Grenzen unserer Zusammenarbeit. Bei Konflikten oder Schwierigkeiten in der Patenschaftsarbeit wende ich mich umgehend an die betreuende Lehrkraft/Erzieherin.

Vertrauen: Ich gebe meinem Patenkind Zeit, Vertrauen aufzubauen, und setze mich auch dafür ein, dieses Vertrauen zu fördern und zu stärken.

Respekt: Ich akzeptiere mein Patenkind als Persönlichkeit und zeige ihm meine Wertschätzung. Die Probleme und Anliegen meines Patenkindes nehme ich ernst.

Fördern und fordern: Ich stelle meinem Patenkind herausfordernde Aufgaben. Ich unterstütze es in der Umsetzung und vermeide Überforderungen.

Vertraulichkeit: Ich halte mich an die Schweigepflicht über alle persönlichen Informationen und Daten in Bezug auf mein Patenkind.